Wachau

Als jährliche Tradition wird das Weinland Österreich von unserem erklärten Spezialisten, dem Sommelier Heinz-Theo Honnef vorgestellt. Diesmal war seine bevorzugte Urlaubregion mit der namhaften Genossenschaft „Freie Weingärtner“ in Dürrnstein ausgewählt worden. Das Weinspektrum reichte zurück bis ins Jahr 1995 und fand nicht nur 100prozentige Begeisterung, besonders bei unserem Österreicher Charly Ofner. Die Alterungszyklen waren zum Teil recht deutlich erkennbar. Trotz dieser leichten Einschränkung bei den „Oldies“ war es eine tolle Beurteilungsmöglichkeit dieser Kulturlandschaft, denn die Wachau wurde in der Kategorie „Kulturlandschaft“ im Jahre 2000 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Auch damit wurde eine Tradition bedient, denn jedes Jahr wollen wir uns mit einem Wein-Welterbe beschäftigen. Unter dem Markennamen Vinea Wachau Nobilis Districtus werden von den Mitgliedern Qualitätsweine produziert. Einführung von Weinkategorien: Steinfeder (1983), Federspiel (1988), Smaragd (1987)

Das österreichische Weinbau-Gebiet mit 1.390 Hektar Rebfläche und 867 Weinbau-Betrieben ist eines der acht des Bundeslandes Niederösterreich. Es wird von der Donau durchflossen, an deren nördlichen Uferhängen viele der meist terrassierten Weingärten liegen. Das enge Tal entlang der Donau ist nur 33, das Weinbaugebiet 15 Kilometer lang. Im Westen bildet das Stift Melk der Benediktiner mit Weingärten in der Wachau, sondern auch in den bekannten Weinbau-Gemeinden Gumpoldskirchen, Pfaffstätten und Baden. Im Osten markiert die Stadt Krems die Grenze. Im 5. Jahrhundert lebten bei Favianis (Mautern) der Mönch Severinus (410-482) inmitten von Weingärten, es hat also schon damals hier Weinbau gegeben. Der englische König Richard Löwenherz (1157–1199) wurde auf seiner Rückreise vom dritten Kreuzzug in der Nähe von Wien gefangen und auf der Burg Dürnstein interniert.

Der Wiener Bürgermeister Karl Lueger (1844–1910) kredenzte um die Jahrhundertwende bei einem Ball Kaiser Franz-Joseph I. (1830–1916) einen Loibner Wein, der ihn mit den Worten: „Ich hätte nicht gedacht, dass es in meinen Ländern so guten Wein gibt“ kommentierte. Darauf schlug Lueger die bis heute gebräuchliche Bezeichnung „Loibner Kaiserwein“ vor. Durch Wein aus dem Melker Stiftskeller wurde 1683 ein Brand gelöscht, der schon den Kirchturm erfasst hatte und die Glocken bedrohte. Im Jahre 1703 lagerten 24.000 Eimer Wein in den Kellern, das waren etwa 1,3 Millionen Liter! Schließlich konnte mit den Einnahmen aus dem Weinzehent im 18. Jahrhunderts der Umbau des Stiftes zum heutigen Barock-Prachtbau erfolgen. Durch Klimaänderungen und strenge Abgaben kam es zum Niedergang der Weinkultur. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurden durch Einführung neuer Sorten wie Veltliner und Riesling wieder Spitzenweine erzeugt.

Das Terrain ist meist flachgründig mit hohem Mineralgehalt und dadurch warm. Die Böden setzen sich aus Löss, Sand und Rigolen zusammen. In manchen Terrassenlagen ist die Humusauflage nicht stärker als 50 Zentimeter, darunter befindet sich der blanke Granit. Das atlantisch-pannonische Mischklima ist durch die feuchtigkeitsspendende Donau geprägt, die durch Reflexion wärmeverstärkend wirkt. Ein wichtiger Faktor für die besondere Klimaausprägung ist der große Temperatur-Unterschied zwischen Tag und Nacht. Die bekanntesten Weinbau-Gemeinden Dürnstein, Loiben, Spitz, Weissenkirchen, Mautern, Rothenhof und die als einzige am rechten Donauufer liegende Gemeinde Rossatz mit 200 Hektar Rebfläche. Zu knapp 90Prozent werden weiße Rebsorten kultiviert. Die Wachau zählt zu den besten Weißwein-Gebieten Österreichs aus den Sorten Riesling und Veltliner.